Als ich zehn war, ließ mich Etraya, die Schamanin meines Dorfes, zu sich schicken, und eröffnete mir, dass ich ein Schamane werden könnte. Meine Reaktion war: "Toll! Darf ich jetzt wieder spielen? " Sie bejahte, und fünf Jahre später passierte etwas komisches. Ich war beim Bach in der Nähe des Dorfes mit ein paar anderen Jungs. Wir hofften, ein paar Bachforellen fangen zu können. Ich war der Einzige, der den Otter sah.
Am nächsten Tag wurde es noch merkwürdiger. Der Otter erschien im Dorf. Das allein wäre schon merkwürdig genug gewesen, wenn er nicht, von allen anderen unbemerkt, durch die Luft geschwommen wäre. Ich lief sofort zu Etraya, und sie empfing mich lächelnd. "Dies ist Lutara. Erweise Ihr deinen Respekt, denn Sie hat dich als Ihren Schützling auserwählt. "
Jedes Lebewesen hat einen Lehrgeist, doch nicht jedem zeigt sich dieser. Bei den Iuli, meinem Volk, wählt man an dem Tag, an dem sich einem sein Lehrgeist zeigt, seinen Erwachsenennamen. Bis zu diesem Zeitpunkt war mein Kindname Tim, doch an diesem Tag wurde ich zu Arn.
Der Lehrgeist weißt seinem Schützling allein schon durch seine Gestalt den groben Weg, auf dem er gehen wird. Den Humor eines Otters zu haben kann sehr anstrengend sein für andere, aber noch viel mehr ein Urlaub vom Ernst des Lebens.
Etraya lehrte mich eine der wichtigsten Weisheiten der Schamanen. Schamane sein bedeutet nicht mit Magie zu hantieren, sondern jenen, die Hilfe benötigen, diese Hilfe zukommen zu lassen. Sie unterrichtet mich in Heil- und Kräuterkunde, und wenn meine magischen Fähigkeiten wachsen, wird sie mir auch hier mit ihrem Rat zur Seite stehen.
In meinem Volk gibt es kein festgelegtes Bild von einem Beruf. Es wird dort geholfen, wo Hilfe nötig ist, und das gelernt, was einen interessiert, dabei entsteht wie von selbst ein Gleichgewicht, welches unseren Stamm nun schon seit vielen Generationen sein Überleben gewehrt
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Um meinen Horizont zu erweitern begleite ich nicht nur meine Lehrerin Etraya jedes Frühjahr in den Süden Askarons, dem wilden Land der Riesenwollrüssler, Dolchzähne und Quieker, sondern mache in- und außerhalb Esbornias auf Erkundungsreisen, um von anderen Völkern zu lernen, was mir bereits die Bekanntschaft von einigen höchst interessanten Personen verschafft hat.